Fachprogramm 2019 Wirtschaftswissenschaften

Ausschreibung Lehren Fachprogramm 2019

Fachgruppe 2019: Wirtschaftswissenschaften

Themenfokus: Interdisziplinarität

Wirtschaftliche Fragestellungen stehen zunehmend in globalen Zusammenhängen und sind soziotechnisch und kulturell verflochten, wie beispielsweise in den Bereichen Ernährung, Energie, Umwelt, Migration oder Gesundheit. Zugleich beinhaltet das Fach selbst verschiedene Teildisziplinen wie etwa Mathematik und Psychologie. Für Studierende werden die Verbindungen zwischen den beteiligten Disziplinen jedoch häufig erst im fortgeschrittenen Studienverlauf oder erst später in der Praxis sichtbar. Interdisziplinär ausgerichtete Lehre, die sowohl die in die Wirtschaftswissenschaften verwobenen Fächer als auch Fächer außerhalb des Studiengangs berücksichtigt, kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, um Studierende auf aktuelle und zukünftige Herausforderungen einer globalisierten und digitalisierten Arbeitswelt vorzubereiten.

Disziplinübergreifende Lehrangebote sind für Lehrende aber auch mit einer Vielzahl an Herausforderungen verbunden. Angefangen von der Auswahl geeigneter Themen, Inhalte und Formate, der Bewältigung unterschiedlicher Fachsprachen und methodischer Herangehensweisen, der Kooperation mit anderen Kolleginnen und Kollegen, Fächern und Fachbereichen, der Akquise von geeigneten Mitteln und Ressourcen bis hin zu administrativen Aspekten.

Wenn Sie als Lehrperson eines wirtschaftswissenschaftlichen Studiengangs diese oder ähnliche Herausforderungen kennen, schon konkrete Lösungsvorschläge entwickelt oder eine Idee oder ein Konzept erarbeitet haben, wenn Sie nur noch auf den richtigen Moment der Umsetzung warten oder schon Umsetzungserfahrungen weitergeben können, bewerben Sie sich für das Lehren Fachprogramm 2019.

Austausch - Impulse - Transfer

Austausch – Impulse – Transfer

Wir laden Sie ein, gemeinsam mit anderen Akteuren, die sich mit interdisziplinären Lehrvorhaben in den Wirtschaftswissenschaften profiliert haben, ein Jahr lang in vier jeweils 2½-tägigen Workshops, ihr Projekt/Konzept weiterzudenken, Problemlösungen zu entwickeln und den Transfer innerhalb des eigenen Faches und darüber hinaus anzustoßen.

Sie erhalten zahlreiche Gelegenheiten sich mit anderen Teilnehmenden zu vernetzen, voneinander zu lernen, sich kollegial auszutauschen und die Fachprogrammgruppe als wertvolle Ressource für sich und Ihr Vorhaben zu nutzen.

Wissenswertes und Verfahren

Alles, was Sie über das Fachprogramm wissen müssen …

Die ausgewählten Projektteams werden für die Dauer eines Jahres Fellows im Lehren Fachprogramm.

Der Kreis tagt während dieses Zeitraums vier Mal für jeweils zweieinhalb Tage, führt die Beteiligten in einen fachbezogenen Erfahrungsaustausch. Abgestimmt auf den Kreis der Fellows und ihre Projekte werden weitere Fachvertreterinnen und -vertreter, internationale Gäste sowie Expertinnen und Experten aus der Lehr-/Lernforschung einbezogen. Im Fachprogramm erhalten alle Teilneh­merin­nen und Teilnehmer kollegiale Beratung und beraten andere Programmmit­glieder.

Das Lehren Fachprogramm begleitet den Transfer von konkreten Ansätzen, von Erfahrungen und Prozesswissen innerhalb der Mitglieder und über diese hinaus. Es werden gezielt weitere Personen der beteiligten Hochschulen sowie hochschulpolitische Fach­ver­treterinnen und -vertreter einbezogen.

Die Programmkosten und die Tagungsunterkünfte werden durch die Förderer von Lehren getragen, denen die Entwicklung der Lehre ein gemein­sames Anliegen ist. Über das Jahr des Fachprogramms hinausgehend gehören die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum bundesweiten Lehren Netzwerk.

Ort der Veranstaltungen ist das Seminarzentrum Gut Siggen der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.

Das Lehren Fachprogramm 2019 richtet sich an folgende Akteursgruppen, die sich für interdisziplinäre Lehransätze in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen engagieren:

  • Professorinnen und Professoren, die sich in Forschung und Lehre profiliert haben
  • Vertreterinnen/Vertreter aus den Dekanaten, Studiendekanaten und der Studiengangsleitung
  • Vertreterinnen/Vertreter der Hochschuldidaktik mit Expertise in der Lehr- und Lernforschung und bei der Umsetzung von Veränderungsvorhaben
  • Wissenschaftliche Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter mit Lehrverantwortung

Einzeln oder als Projektteam (zwei-drei Personen)[1], wenn Sie für folgende Herausforderungen Ihres Fachs Lösungsansätze entwickeln bzw. entwickelt haben:

Wie kann echte Interdisziplinarität im Rahmen von wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen umgesetzt werden? Wie lässt sich Interdisziplinarität auf den 3 Ebenen Modul, Curriculum oder Hochschule realisieren? Welche Themen/Inhalte und welche Formate sind besonders geeignet für interdisziplinäre Lehre? Wie müssen Kooperationen zwischen Lehrenden gestaltet werden, um ein nachhaltiges, interdisziplinäres Lehrangebot zu sichern? Welche Potenziale bieten digitale Lehr-/Lernsettings bei der Realisierung interdisziplinärer Lehre?  Wie kann die Heterogenität der Studierenden durch interdisziplinäre Ansätze berücksichtigt und konstruktiv eingebunden werden? Welche Rahmenbedingungen und Ressourcen werden benötigt, um interdisziplinäre Forschungsprojekte, Lehrveranstaltungen etc. umzusetzen?

[1] Projektteams bestehen aus einem Professor/ einer Professorin in Leitungsfunktion und bis zu zwei weiteren Personen der Hochschule, die gemeinsam kontinuierlich und mit Mandat an einer Lehrentwicklungsaufgabe arbeiten (Bsp. Überarbeitung des Studiengangs, Aufbau des Kursangebots, Umsetzung eines Lehr-Lern-Konzepts . . .)


Das Fachprogramm kurz und knapp

Die maximale Anzahl der teilnehmenden Personen ist auf 20 begrenzt.
Die Teilnahme ist kostenfrei. Reisekosten sind selbst zu tragen.
Bewerbungsschluss ist der 16. Januar 2019.

1 Jahr, 4 Workshops

Informationen zu den 4 Workshops

Formen und Ansätze interdisziplinärer Lehre in den Wirtschaftswissenschaften

Die große Bandbreite an wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen wird unterschiedliche Formen und Ansätze von interdisziplinär angelegten Lehr- und Lernsettings innerhalb eines Studiengangs und auch zwischen einzelnen Studiengängen sichtbar machen. Gleichzeitig werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Fachprogramms verschiedene Vorerfahrungen und Kenntnisse in diesem Bereich mitbringen.

Im Rahmen des ersten Workshops geht es daher sowohl um eine erste Standortbestimmung der einzelnen Teilnehmenden und Projekte als auch um die Diskussion und Reflexion bereits bestehender interdisziplinärer Ansätze in wirtschaftswissenschaftlichen Studiengängen. Wir wollen ihren Blick dafür schärfen, wie fächer- oder disziplinübergreifender Austausch gelingen kann, welche fachsprachlichen und methodischen Unterschiede hierbei reflektiert werden müssen und arbeiten in diesem Zusammenhang die Profile der einzelnen Personen und Projekte heraus.

Barrieren überwinden und innovative Lehre gestalten mit Design Thinking

Welche Themen/Fragestellungen eignen sich für interdisziplinäre Projekte/Veranstaltungen? Was sind gute Formate: Seminar, Projekt etc.? Wie kann Design Thinking zur Gestaltung interdisziplinärer Lehre und der Entwicklung von Problemlösungen genutzt werden?

Die Umsetzung interdisziplinärer Lehrvorhaben, setzt eine Vielzahl an Planungsentscheidungen voraus. Geeignete Inhalte und Themen müssen gefunden und aufbereitet, Formate und Methoden müssen ausgewählt und an die jeweilige Zielsetzung angepasst werden. Ein Ansatz, der bei der Gestaltung innovativer Lehre hilfreich sein kann, ist der des Design Thinking. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen die Prinzipien des Design Thinkings im Rahmen des Workshops kennen und wenden diese für ihre eigenen Lehrvorhaben an. Mithilfe der strukturierten Herangehensweise des Design Thinking und der kollegialen Beratung werden Lösungsansätze sowie neue Ideen und Visionen für die einzelnen Projekte entwickelt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben im Rahmen des Workshops Design Thinking Kompetenzen und erhalten gezielte Unterstützung, um ihre eigenen Projekte weiterzudenken.

Analoge und digitale Formate der interdisziplinären Zusammenarbeit

Wie hole ich andere Kolleginnen und Kollegen, Fächer, Fachbereiche etc. mit ins Boot? Wie lässt sich mit Disziplineitelkeiten umgehen? Welche Potenziale bieten digitale Formen der Kooperation und Zusammenarbeit für interdisziplinäre Lehre? Wie lässt sich die Heterogenität der Studierenden produktiv für interdisziplinäre Vorhaben nutzen?

Interdisziplinäre Lehre bedeutet immer auch Zusammenarbeit mit anderen Lehrenden, Fächern oder auch Fachbereichen. Wie diese auf den 3 Ebenen Modul, Curriculum und Hochschule gestaltet und nachhaltig etabliert werden kann, ist Gegenstand des dritten Workshops. Hierzu werden vor dem Hintergrund der einzelnen Projekte und Konzepte der Teilnehmenden verschiedene Ansätze und Good-Practice-Beispiele genauer in den Blick genommen. Einen zweiten Schwerpunkt des Workshops bildet das Thema Digitalisierung. Unterstützt von externen Fachpersonen werden mediendidaktische Lehrkonzepte sowie Formate der digitalen Kollaboration und die damit verbunden Potenziale für interdisziplinäre Lehr-/Lernsettings diskutiert. Zusätzlich wird es auch um die Frage gehen, wie interdisziplinäre Lehrvorhaben beschaffen sein müssen, um die Heterogenität der Studierenden als Ressource für interdisziplinäre Vorhaben nutzbar zu machen.

Von der Inter- zur Transdisziplinarität – Interdisziplinäre Lehre evaluieren und transferieren

Wie kann das eigene Projekt/Vorhaben im Sinne der Transdisziplinarität weitergedacht werden? Welche Elemente der eigenen Veranstaltungen/Projekte haben Modellcharakter und sind transferierbar? Wie kann eine Transferstrategie für das eigene Vorhaben aussehen? Was sind die nächsten strategischen Schritte? Welche Evaluationsinstrumente eignen sich für mein Vorhaben?

Im Rahmen des Workshops werden die Konzepte/Projekte im Fachprogramm im Sinne der Transdisziplinarität weitergedacht. Hierzu werden Kriterien und Qualitätsmerkmale transdisziplinärer Lehre und Forschung gemeinsam mit weiteren Fachpersonen erörtert. Im Rahmen des Workshops entwickeln wir zudem Transferstrategien, die über die Ihnen bereits zugänglichen Kontexte (z.B. bestehende Kooperationen in Studiengängen oder Fächern) hinausgehen. Wir erarbeiten gemeinsam mit Ihnen, wie Sie Ihre Themen in den fachspezifischen Kontexten strategisch platzieren können, auf welche Tabus im Fachdiskurs möglicherweise zu achten ist und welche Beratungs- und Kommunikationskulturen vorherrschen bzw. zu berücksichtigen wären. Wenn der Bedarf besteht, arbeiten wir gezielt an der Kompetenzentwicklung in einzelnen Bereichen. Darüber hinaus wird es um die Evaluation interdisziplinärer Lehre gehen. Sie haben die Möglichkeit eigene bereits bewährte Evaluationsansätze anderen Teilnehmenden vorzustellen und lernen weitere geeignete Evaluationsinstrumente kennen.

Hintergrund

Zu Lehren

Das Bündnis für Lehre richtet sein Augenmerk auf diejenigen, die Lehre gestalten, auf ihr konkretes Arbeitsumfeld, in dem sich Ideen an ihrer Umsetzung messen lassen müssen. Lehren holt engagierte Akteure fach- und hochschulübergreifend an einen Tisch, stellt sie ins Zentrum, begleitet ihr Wirken und stärkt die „Community of Professionals“.

Unser Ansatz versteht Lehrentwicklung als dezentrale Prozesse, die aus einem Zusammenwirken von Basis und Leitung erwachsen. Für eine langfristig angelegte dynamische Weiterentwicklung von Studium und Lehre sowie für die zukünftige Entwicklungsfähigkeit „von innen“ im System Hochschule halten wir ein solches Netzwerk von ausgewählten Professionals für zentral. Es ist eine Keimzelle für eine zukünftige hochschulübergreifende, auf Fragen der Lehre bezogene Informations-, Austausch- und Beratungskultur von Hochschulangehörigen zu Hochschulangehörigen.

Lehren kombiniert zwei komplementäre Ansätze: Zum einen betrachten wir Hochschulen als Orga­nisationen und befas­sen uns mit der Frage, welche Handlungskonstella­tio­nen in der Organisation Hoch­­schule gebildet werden können und müssten, um der institutionellen Ver­ant­­wortung für die Lehre Rechnung zu tragen. Zum anderen betrachten wir Hoch­schulen als einen eher losen Zusamm­enschluss von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die vornehmlich in ihrer jeweiligen Disziplin verankert sind. Lehre wird hier innerhalb der Fachkultur weiterentwickelt. Beide Ansätze verschränken sich pro­­duktiv. Tatsächlich sind diszipli­näre Prägungen, fachspezifische Lehrverständ­nisse, Traditionen und sogar sprachliche Konventio­nen entscheidend dafür, ob und wie Lehrinnovationen an­ge­nom­men werden. Zugleich sind der überfach­liche Gesamt­überblick und ein um­fassen­­des Verständ­nis für die organisationalen Charak­te­ristika an Hochschu­len uner­lässlich für das Gelingen und für eine lang­fristige Verankerung von Studien­reform­projekten.

Daher arbeitet Lehren mit zwei jeweils einjährigen Programmen: Das Lehren Dachprogramm begreift Lehrentwicklung als organisationale Aufgabe. Es konzentriert sich mit einem über­fachlichen Ansatz auf Organisations­ent­wicklung und lehrbezogenes Verän­derungs­manage­ment. Es bringt Per­so­nen aus Hoch­schul­leitung, Hochschullehre, Hochschul­didaktik und Hoch­schul­management in den Dialog über Lehre.

Das Lehren Fachprogramm begreift Lehrent­wicklung als Aufgabe innerhalb einer Fachkultur. Es arbeitet in fachbezogenen Grup­pen an exemplarischen Herausfor­derungen zu Studien­reform­projekten, ent­wickelt Problemlösungen und beför­dert den Transfer inner­halb des Fachs.

Die Alfred Toepfer Stiftung, die Joachim Herz Stif­tung, die NORDMETALL-Stiftung, der Stifterverband und die VolkswagenStiftung haben bereits für den Zeitraum 2012-2016 „Lehren – Das Bündnis für Hochschullehre“ aufgebaut, um Akteure der Lehr­ent­wicklung in den Austausch zu bringen und Transfer zu be­glei­ten. Es wurden Austauschformate erprobt und mit wissenschaftlicher Be­gleit­­­forschung durch das Institut für Wirtschaftspädagogik der Universität St. Gallen weiterentwickelt. Für den Zeitraum 2017-2020 erhält Lehren eine Förderung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie den Kooperationspartnern und ist damit gemeinschaftlich gefördert aus privater und aus öffentlicher Hand.

Kontakt

 

Für Rückfragen wenden Sie sich gerne an uns unter

lehrehochn@toepfer-stiftung.de    

Tel: 040 – 33 402 17

Lehren wird umgesetzt von der Toepfer Stiftung gGmbH

Post: Georgsplatz 10 / 20099 Hamburg